Der 12. Mann ist eine Frau

Theater fürs Klassenzimmer von Suna Gürler und Uwe Heinrich

Eine Stückentwicklung des jungen theaters basel

Der 12. Mann ist eine Frau
Kostüme:
Dramaturgie:
SchauspielerInnen:

Premiere:

15. November. 2006

Vorstellungen im jungen theater basel:
5

Gastspiele:

Linz

Drei junge Frauen haben ein halbes Jahr im und um das Joggeli Interviews mit weiblichen FCB-Fans gemacht. Fast alle Interviews endeten mit dem Satz: “Wir brauchen mehr Frauen im Stadion!”. Ihre Geschichten aus dem “letzten Reservat der Männlichkeit” sind ganz diesem Auftrag verpflichtet. Da es aber sehr unterschiedliche Auffassungen davon gibt, was ein “richtiger Fan” ist, geraten die drei jungen Frauen bei ihrer Bestandesaufnahme immer wieder hart an den Rand des Zerwürfnisses.

Einmal mehr ist das junge theater basel einem sehr aktuellen Thema auf der Spur. Mit dieser Inszenierung geht es noch einen Schritt weiter auf das jugendliche Publikum zu – nämlich sogar bis ins Klassenzimmer. Nur wenige Vorstellungen sind öffentlich, der grösste Teil der Vorstellungen findet auf Bestellung in Klassenzimmern statt.

Playing on demand Lehrpersonen, die sich einen solchen “Überfall” wünschen, können einen Termin für eine Aufführung in ihrem Klassenzimmer verabreden. Diese Absprachen sollten vertraulich stattfinden, da ein Überraschungsmoment für die SchülerInnen am Anfang wünschenswert ist.

Presse
Videoreportage auf swissinfo.ch (englisch)

Die Tür platzt auf, der Schlachtgesang ist überwältigend. Dabei sind es nur drei. … Sie eint das Wissen, dass Fussball nicht bloss Männersache ist. … Also setzt es einen grandiosen Anfpfiff, eine atemlose Abrechnung mit den Machos vor und auf der Tribüne. Diese drei teilen die Liebe zum FC Basel, nicht aber die Ansichten über Ausländer. Oder darüber, wo der Spass aufhört und die Randale anfängt. … Die heissen Fan-Themen … fliessen unterschwellig, aber wohltuend tontrovers mit ein. Am Ende grosser Jubel im Klassenzimmer.
Stephan Reuter, Basler Zeitung, 17.11.06

Die drei jungen Frauen … spielen diese weiblichen Fans absolut packend, die Zuschauer sind gebannt von ihren Erscheinungen, ihrer Heftigkeit, ihrer Lautstärke, ihrer starken, lebendigen, echten Sprache und ihrem unbändigen Spiel. … Sie zitieren und widersprechen sich, sie spielen drauflos und wild durcheinander, verlieren den Faden und den Schwung aber keine Sekunde. Da kommen alle Gefühle zum Vorschein, Trauer und Freude, Wut und Solidarität, Feindschaft und Freundschaft: Alles ist da. Die Kurve wird zum Daheim. …Von Adoleszenz und Identifikationsbedürfnis kann man viel mitbekommen, aber auch von weiblichen Ansichten und Verhaltensweisen, von Spielfreude der jungen frauen und der Gassensprache der FCB-Fans und ihrer heftigen, lebendigen Heimat in der umstrittenen Kurve – eine Wucht.
Joerg Jermann, Basellandschaftliche Zeitung, 17.11.06

Die rasanten Stilwechsel, ein ungemein körperlicher Einsatz der drei jungen Schauspielerinnen faszinieren weit über das Thema hinaus. Da werden Charaktere sichtbar, Verletzungen spürbar und Identitätskriesen erkennbar. Da ziehe eine Schauspielkunst Menschen hineinin ein Thema, das nicht ihres ist, aber durch die Intensität der drei jungen Schauspielerinnen ganz nahe rückt.
Martina David-Wenk, Badische Zeitung, 29.11.06
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