DIE KLASSE

François Bégaudeau

Koproduktion mit dem Theater Basel und der Schule für Brückenangebote

DIE KLASSE

Eine Klasse, eine Lehrerin, ein Schuljahr. Mit diesen alltäglichen Zutaten könnte jede/r Geschichten erinnern, finden, erfinden. François Bégaudeau beschrieb in Roman und Film “Entre les murs” seine Versuche, zu unterrichten. Sebastian Nübling gestaltet auf diesen Grundlagen gemeinsam mit einer “echten” Schulklasse und der Schauspielerin Cathrin Störmer einen Theaterabend, der dem Publikum endlich einmal den Besuch eines Klassenzimmers ermöglicht, ohne direkt auf der einen oder anderen Seite dazuzugehören. Dieser Abstand wird der laufenden Debatte gut tun, unter welchen Bedingungen Schule überhaupt möglich und wünschenswert ist.

Medienresonanz zu DIE KLASSE

Es ist ein Klassenkampf von fünfzehn Mädchen und einem Knaben mit ihrer Lehrerin. Nübling choreografiert die Rituale der Revolte im Minutentakt. Die Kreide stäubt, die Schwämme fliegen, zum «Scheisse!»-Chor flattern die schleudernden Mähnen. Das saust hin und her in Slang und Hochdeutsch, im Dialekt und in den Idiomen der Migration. Alles ist Rhythmus, alles ist Sound. Was kümmert mich da, wie man das Futur II Passiv richtig bildet? Auf der schlichten Bühne ein Profi und sechzehn Laien, die den Unterschied durch Intensität und Dynamik (fast) vergessen lassen. Sie kämpfen um Nähe und Distanz, um eine Beziehung, kurz, um die Grundlage jeder Pädagogik. Das Dokumentarische der Vorlage hebt Nübling mit seinem Ensemble auf eine bildstarke Metaebene. Darüber, das heisst, was Schule soll, lässt sich so trefflich nachdenken.
NZZ, 23.12.13, Alfred Schlienger

Bégaudeaus Roman spielt in einer Multikulti-Klasse aus einem Pariser Vorort. Die Basler Version von «Die Klasse» emanzipiert sich vom französischen Umfeld und stellt sich ganz auf Basler Verhältnisse ein. Und auf das tatsächliche Umfeld und Leben der Schülerinnen und des Schülers, die man auf der Bühne erleben kann. …
Cathrin Störmer verkörpert diese Lehrerin in einer faszinierenden Intensität und Glaubwürdigkeit. Wir erleben einen Menschen am Rande des Burnouts, der sich aber immer wieder von neuen aufzuraffen versucht, sich dann aber aus der Verzweiflung über das Unvermögen, den Schülerinnen den Schulstoff zu vermitteln, in Sarkasmus und Verachtung gegenüber der Klasse flüchtet. Frau Thomas, so der Name der Bühnenfigur, ist keine Vorzeigelehrerin eines didaktischen Lehrstücks. Sie ist auch nicht das bedauernswerte Opfer oder das verachtenswerte Monstrum, sondern eine Figur, die zwischen diesen Extremen hin- und herschlingert, was nicht gut gehen kann.
Sebastian Nübling, die Schülerinnen und Schülern des Letzischulhauses und die Schauspielerin Cathrin Störmer haben mit «Die Klasse» ein starkes Stück Theater geschaffen, das unter die Haut geht. Fünf Viertelstunden, die fesseln und zugleich wohl mehr über unsere Schule aussagen, als all die theoretischen Schriften, die zur Rettung unseres scheinbar angeschlagenen Bildungswesens verfasst werden. Prädikat: Sollte man erlebt haben.
TagesWoche, 22.12.2013, Dominique Spirgi

Kindlich-anarchischer Übermut gerinnt zu jugendlichem Weltschmerz. – Daran ist eine Pädagogik nicht unschuldig, die es versteht, den ohnehin prekären Bildungseifer von Fünfzehnjährigen mit dem Futur II Passiv zu lähmen. «Das ist voll Mittelalter», beschwert sich «Die Klasse» zu Recht. … Die Toleranzschwelle sinkt, beide Seiten verletzen die Intimsphäre. … Die Zeichen stehen zwar auf Eskalation. Dennoch legt die Regie in Muriel Gerstners schiefergrauem Tafelbühnenbild viel Wert auf Lichtblicke. Mögen sich die einzelnen Schülerinnen (und der eine Schüler), die nicht unter ihren Klarnamen auftreten, auch in ihren Verweigerungsrollen gefangen fühlen, als Klasse sind sie eine Kraft. Davon zeugt die chorische Energie, die Nübling entfesselt.
Baseler Zeitung 23.12.2013, Stephan Reuter

Dem Regisseur Sebastian Nübling, der hier in Kooperation mit dem Schauspiel und dem Jungen Theater Basel noch einmal zu seinen Wurzeln zurückfindet, gilt es einmal mehr, einen aufrichtigen Kranz zu winden.
DerSonntag, 22.Dezember2013, ANNETTE MAHRO

– SFR, Fernsehen, Nicole Salathé «Die Klasse» – chaotischer Unterricht im Theater Basel

– SFR, Rundfunk, Kultur Kompakt – Kritik von Andreas Kläui – Das Junge Theater Basel bringt den Roman «Die Klasse» auf die Bühne

– Beitrag auf Art-Tv